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Kern stellt sich selbst eine FrageTuS Spenge gelingt ein ganz besonderes Kunststück Walter Schubert, Trainer des Handball-Oberligisten TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck, hatte schon vor der Pokalpartie seiner Mannschaft beim TuS Spenge gesagt, dass für ihn das noch ausstehende Punktspiel zwischen beiden Mannschaften viel wichtiger sei.Ein Debakel, wie es die Gäste bei ihrer 23:37-Niederlage erlebten, hatte er allerdings wohl auch nicht eingeplant. Lange nach Spielende saß Schubert nachdenklich in der Kabine. "Wir haben früh gemerkt, dass es nicht läuft", stellte er fest und bemängelte, dass vor allem von den beiden Halbpositionen im Rückraum "nichts gekommen" sei, dass zudem seine Torhüter kaum einen Ball zu fassen bekommen hätten. So richtig schnell abhaken wollte er dieses Pokal-Ergebnis eigentlich nicht, muss das aber tun, denn: "Wir haben jetzt 17 Punkte. Bei vier Absteigern aus der Oberliga müssen wir auf 25 kommen", sagte er - und damit ist klar, dass der TuS 97 noch vier Siege benötigt, wobei Schubert nichts dagegen hätte, wenn einer davon im Punktspiel beim TuS Spenge gelingen würde. Sicher ist er sich, dass bis dahin der am Samstag aus Verletzungsgründen pausierende Nils-Martin Grothaus wieder zur Verfügung steht, zudem ist eventuell auch ein Einsatz von Julian Jahr im Ostwestfalenderby möglich. Immerhin kennen die Bielefelder jetzt schon die äußeren Gegebenheiten in Spenge, wobei für Walter Schubert im Auswärtsspiel ohnehin eigentlich nichts unbekannt war, schließlich arbeitete er in Spenge von 1997 bis 2006 zehn Jahre lang als Trainer. Und selbst, dass er erstmals in Spenge die Gäste-Kabine beziehen musste, stellte für den Pädagogen nichts Neues dar: "Die Kabine kenne ich auch", sagte er, "in der waren wir in meinen ersten fünf Jahren in Spenge, danach sind wir umgezogen." Die Gäste-Kabine in der Spenger Sporthalle kennt jetzt auch Bielefelds Rückraumspieler Sebastian Kopschek, der bekanntlich in der kommenden Saison auch die der Gastgeber kennen lernen wird, weil er nach Spenge wechselt. Für das Gastspiel seines Noch-Vereins beim künftigen Klub hatte er sich natürlich Einiges vorgenommen, nach der Partie aber herrschte Enttäuschung vor. "Das war nicht schön, wie wir uns hier präsentiert haben", sagte er und erwies sich zudem auch als selbstkritisch: "Meine eigene Leistung war auch eher negativ", urteilte Kopschek, "aber ich bin auch von der Spenger Deckung gut 'rausgenommen worden." ![]() Der Blick geht nach vorne: Der in Spenge wohnende Norman Kern , hier beim Abwurf, musste mit dem TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck eine herbe Pokalniederlage an alter Wirkungsstätte hinnehmen. In zehn Tagen ist er zum Punktspiel wieder in Spenge zu Gast. FOTO: EVA-LOTTE HEINE Sämtliche Kabinen in der Sporthalle der Gesamtschule dürfte Norman Kern kennen. Der Ex-Spenger, immer noch in Hallen-Nachbarschaft wohnhaft, ist inzwischen zwar 43 Jahre alt, wird aber stark umworben - unter anderem auch von Spenge. "Er will kürzer treten", berichtete TuS-Trainer Achim Frensing, "und könnte nächste Saison in unserer 2. Mannschaft spielen." Vielleicht sorgte das Pokalspiel-Ergebnis sogar dafür, dass Kern sich eher für einen Wechsel nach Spenge als für ein Bleiben in Bielefeld entscheiden wird. "Ich hatte gehofft, dass es kein Debakel wird", sagte er nach der Partie. Es wurde aber eines. "Da fragt man sich, warum ich drei Mal in der Woche zum Training fahre", stellte sich der Torhüter selbst eine unbeantwortete Frage und ärgerte sich zudem darüber, dass der Wille seiner Mitspieler sehr früh gebrochen wurde. Spenges Trainer Achim Frensing hatte vor der Partie des vergangenen Samstags angekündigt, dass die mit Sicherheit spannender verlaufen würde als das Meisterschaftsspiel eine Woche zuvor gegen den Tabellenletzten TSV Hahlen. Vielleicht wollten seine Spieler ihn ja Lügen strafen, denn am Ende brachten die das Kunststück fertig, ganz genau mit dem gleichen Ergebnis zu gewinnen wie eine Woche zuvor. Und trotzdem war sich Frensing sicher, dass der TuS 97 weitaus mehr Qualität aufwies als Hahlen. "In der ersten Halbzeit hatten wir Probleme in der Deckung", erkannte der Trainer sogar einen Negativpunkt und spielte damit auf viele vom Kreis aus erzielte Tore der Gäste an. "In der zweiten Halbzeit haben wir über Athletik und Tempo das Spiel sehr deutlich bestimmt", wusste er aber auch. Besonders positiv für ihn: "Die Mannschaft strotzt nur so vor Selbstbewusstsein. Und wenn wir noch einmal 15 bis 20 Prozent draufpacken, dann sind wir im Moment nur schwer zu schlagen", ist sich Frensing sicher. Aus den nächsten sechs Partien bei ASV Hamm II, gegen Bielefeld-Jöllenbeck, in Möllbergen, gegen Hagen II, in Bergkamen und gegen Augustdorf/Hövelhof wird sein Team 12:0 Punkte holen müssen, um vor dem Spiel bei Tabellenführer VfL Gladbeck noch eine Chance auf die Meisterschaft zu haben. DIRK KRÖGER - © 2012 Neue Westfälische |
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